Kategorie '03. Förderungen, Finanzierung':

WK-Hamburg: Zuschüsse für energiesparendes Bauen für 2011 ausgeschöpft

Datum: 01.08.2011 - Autor: Hans-Jörg Peter

Da die zur Verfügung stehenden Mittel für energieeffizientes Bauen bereits ausgeschöpft sind, kann die Wohnungsbaukreditanstalt (WK) für freifinanzierte Wohnungen in diesem Jahr keine Förderanträge mehr annehmen. Das Programm wurde vorerst ausgesetzt. Alle bisher eingegangenen Anträge können aber bewilligt werden, wenn sämtliche erforderlichen Antragsunterlagen bis zum 30. November 2011 vorliegen.

Die Aussetzung des WK-Förderprogramms für den Bereich der freifinanzierten Wohnungen durch die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) ist notwendig geworden, um für den Bereich des sozialen Wohnungsbaus ein noch ausreichend großes Angebot an optionalen Zuschüssen für energieeffizientes Bauen aufrecht erhalten zu können. Seit Juni 2011 können diese geförderten Mietwohnungen und Eigentumswohnungen für Haushalte mit begrenztem Einkommen in Hamburg auch bei Einhaltung der geltenden gesetzlichen Mindeststandards gefördert werden. Die Gesamtzahl der optionalen energetischen Zuschüsse wird in 2011 nicht reduziert. Die Planungen für das nächste Jahr sind noch nicht abgeschlossen.

Neufassung der BAFA-Energieberatung

Datum: 23.08.2008 - Autor: Hans-Jörg Peter

Energieberatung als unabhängige Dienstleistung wird durch Architekten und Ingenieure durchgeführt, die durch ihre Berufserfahrung und eine zusätzliche umfassende Fortbildung besonders qualifiziert sind. Nach Abschluss dieser Zusatzausbildung erfolgt mit der ersten Energieberatung die Lizenzierung beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und die Aufnahme in die Liste der Energieberater die eine Vor-Ort-Beratung nach den Richtlinien des BAFA durchführen dürfen. Durch die sprunghaft angestiegene Nachfrage nach qualifizierten Energieberatungen und den gedeckelten hierfür verfügbaren Haushaltsmitteln wurde die „Richtlinie über die Förderung der Beratung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung in Wohngebäuden vor Ort“ durch das BAFA überarbeitet und im Bundesanzeiger Nr. 179 mit Datum vom 21.09.2006 veröffentlicht.
 
Der Zuwendungszweck nämlich die Förderung der Vor-Ort-Beratung bleibt hierbei unverändert.

Auch der Gegenstand der Förderung, d.h. „eine Vor-Ort-Beratung, die sich umfassend auf den baulichen Wärmeschutz sowie die Wärmeerzeugung und –verteilung unter Einschluss der Warmwasserbereitung und der Nutzung erneuerbarer Energien bezieht“, bleibt unverändert. Neu ist jedoch die ausdrückliche Abgrenzung gegenüber der Einführung des Gebäudeenergieausweises gemäß der Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlamentes. Gegenstand der Beratung bleiben Gebäude im Bundesgebiet, deren Baugenehmigung vor dem 01.01.1984 (01.01.1989 Neue Bundesländer) erfolgte und zu mehr als die Hälfte der Gebäudefläche zu Wohnzwecken genutzt werden. Die Definition der antragsberechtigten Gebäudeeigentümer erfährt insofern eine Aktualisierung, dass Mieter und Pächter nunmehr ausdrücklich ausgeschlossen sind. Eine Beratung bleibt ausgeschlossen für Gebäude, die im Eigentum rechtlich selbständiger Unternehmen stehen, die im Eigentum des Beraters sind, die in den letzten acht Jahren bereits Gegenstand einer Beratung waren oder baugleich mit einem anderen bereits geförderten Gebäude sind.

Die Qualifikation der antragsberechtigten Energieberater bleibt unverändert. Die Lizenzierung hingegen erfolgt zukünftig online. Das bisherige, aufwendige schriftliche Verfahren soll hierdurch vereinfacht werden. Die Form der Energieberatung aus Vor-Ort-Termin, Computer gestützter Aufbereitung und Auswertung sowie abschließendem Erläuterungsgespräch bleibt erhalten.

Die wesentliche Änderung der Richtlinie bezieht sich auf den Umfang der Zuwendung. Während bisher 300-400€ gestaffelt nach Anzahl der Wohneinheiten gewährt wurden, reduziert sich der Zuschuss auf 175€ bei Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 250€ für Wohnhäuser ab drei Wohneinheiten. Die Umsatzsteuer trägt auch weiterhin der Beratungsempfänger.

Weitere wichtige Veränderungen sieht das eigentliche Abwicklungsverfahren der Energieberatung vor. So wird die Verwendung des Mustervertrages des BAFA zukünftig freigestellt. Neu ist, dass nach Eingang des Bewilligungsantrages mit der Aufnahme des Ist-Zustandes Vor-Ort begonnen werden kann, auch wenn der Zuwendungsbescheid noch nicht ergangen ist. Weiterhin ist der Beratungsbericht binnen drei Monaten zu fertigen und einzureichen. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach Vorlage aller Verwendungsnachweisunterlagen, wie dem Beratungsbericht, der Bestätigung über das Abschlussgespräch sowie der vom Berater an den Beratungsempfänger gestellten Rechnung. Neu ist hierbei insbesondere, dass die Möglichkeit der Nachbesserung  nach der inhaltlichen und/oder redaktionellen Prüfung durch das BAFA zukünftig entfällt. Die Verantwortung für die Einhaltung der Mindestanforderungen liegt allein beim Energieberater. Entspricht der Bericht nicht diesen Anforderungen ist die Auszahlung des Zuschusses nicht möglich. Weiterhin entfällt der Nachweis des Zahlungseingangs.
 
Durch die Straffung der insbesondere unter Punkt 5 vorgenommenen Änderungen, wird eine erhebliche Beschleunigung der Bearbeitung erwartet. Die bisher gültige komplizierte und zeitaufwendige Abwicklung hatte zu Bearbeitungszeiten von mehreren Monaten geführt und hatte zu erheblichem kontraproduktiven Verdruss bei den Beratungsempfängern geführt, deren Engagement ihre Immobilie energetisch zu sanieren mehr gebremst als gefördert wurde. Offen bleibt jedoch die Frage, ob zukünftig das Zuwendungsprozedere des BAFA in der Energieberatung überhaupt noch in Anspruch genommen wird, da ein Zuschuss von 175 € in keiner Relation zu den meist beabsichtigten Investitionsentscheidungen von bis zu 100 T€ pro Einfamilienhaus stehen.