Kategorie '02. Gesetze, Verordnungen, Richtlinien':

Förderung von kfw 40 und Passivhäusern in Hamburg

Datum: 29.08.2008 - Autor: Hans-Jörg Peter

In Hamburg gibt es ein Förderungsangebot für energetisch optimiertes Bauen. Die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt (WK) erteilt diese Förderungsmaßnahmen gemäß der zugrundeliegenden Vorschriften, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Gefördert werden sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen, egal, ob es sich um einen Neubau oder eine Erweiterung handelt, erstere aber nur, wenn weitere Förderungen gewährt werden. Einen Antrag auf Förderung darf jeder stellen, der Eigentümer oder Erbbauberechtigter eines Grundstücks in Hamburg ist oder einen Vertrag vorweisen kann, der den Erwerb oder die Erbbauberechtigung belegt.
Außerdem können alle Erwerber von selbstgenutzten Wohnungen oder Eigenheimen einen Antrag stellen. Es ist allerdings zu beachten, dass der Antrag auf Förderung noch vor dem Baubeginn gestellt und genehmigt wird. In Ausnahmefällen ist es möglich, dass mit dem Bau vor der Bewilligung begonnen wird, wenn die WK schriftlich zustimmt.

Damit das Objekt die Einstufung KfW40 oder Passivhaus erhält, müssen bestimmte Kennziffern erfüllt werden. Das Objekt darf maximal einen Jahres-Primärenergiebedarf von 40kWh pro Quadratmeter Wohnfläche besitzen und zusätzlich muss der Transmissionswärmeverlust den Höchstwert, der in der EnEV angegeben ist, um mindestens 45% unterschreiten. Für eine Passivhauseinstufung gilt derselbe Höchstsatz des Jahres-Primärenergiebedarfs und zusätzlich gilt eine Höchstgrenze für den Heizwärmebedarf von 15kWh pro m² pro Jahr.

Daneben muss das Gebäude noch bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen. In den Räumen müssen Anlagen eingebaut werden, die die Funktion einer kontrollierten mechanischen Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausüben. Diese müssen aus allen Ablufträumen (Bad, Küche, WC) Luft absaugen und den Zulufträumen (z.B. Wohnzimmer, Schlafzimmer) Frischluft zuführen. Diese Anlagen müssen in der Lage sein, 30m³ Luft pro Stunde und Person auszutauschen. Die Anlagen müssen reinigungsfähig sein und dürfen in Wohnräumen nicht mehr als 20db Eigengeräusch verursachen. Die Wärmerückgewinnungsanlage muss eine Effizienz von mindestens 75% aufweisen und darf nicht mehr als 0,5 Wh/m³ verbrauchen. Bevor der Innenausbau bei einem Objekt abgeschlossen wird, muss ein Blower-Door-Test durchgeführt werden. Dabei darf der Austausch von Luft bei Passivhäusern nicht mehr als das 0,6fache des Volumens der beheizten Räume und bei KfW40 Häusern nicht mehr als das Einfache betragen.

Für den Nachweis über die Einhaltung der Standards muss ein spezieller Gutachter beauftragt werden, der von der WK anerkannt ist. Dieser begleitet den Planungs-, Ausschreibungs- und Bauprozess. Für die Kosten muss der Bauherr aufkommen.

Die Höhe der Förderung ergibt sich aus den baulichen Gegebenheiten. Bei Mietwohnungen wird ein Zuschuss in Höhe von 250€ (Passivhaus) bzw. 200€ (KfW40) pro m² Wohnfläche gewährt. Die Förderungssumme wird über zehn Jahre in gleichen Raten ausgezahlt. Bei Selbstgenutzten Wohneigentum gibt es zwei Fördersätze: Wird das Eigenheim auch zusätzlich durch die WK gefördert, gibt es 250€ (Passivhaus) bzw. 200€ (KfW40) je m² Wohnfläche bis 130m² ausgezahlt über zehn Jahre. Bei nicht weiter geförderten Bauobjekten gelten die Sätze 200€ (Passivhaus) bzw. 160€ (KfW40) bis 130m². Die Förderung wird in einer Summe ausgezahlt.

Anträge lassen sich auf der Homepage der WK zum Download bekommen, beizufügen sind eine Objektbeschreibung, ein Eigentümernachweis oder Kaufvertrag, die Wohnflächenberechnung, ein Legitimationsnachweis und ein Nachweis über die Beauftragung eines Gutachters.


EEWärmeG tritt am 1. Januar 2009 in Kraft

Datum: 28.08.2008 - Autor: Hans-Jörg Peter

Am 1.1. 2009 tritt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz - EEWärmeG - in Kraft. Bei Neubauten müssen regenerative Wärmequellen genutzt werden. Prinzipiell sind dazu einige Alternativen vorgesehen: Sie können Ihr Haus stärker dämmen, Sie beziehen Wärme aus Fernwärmenetzen oder nutzen Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung.

Die gute Nachricht: Diese teuren Maßnahmen werden stärker als bisher staatlich gefördert. Bis zunächst 2012 stehen jährlich bis zu 500 Mio. Euro Fördergelder zur Verfügung.

Die Bundesregierung verspricht mit dem Gesetz mehrere Verbesserungen:
  • Fossile Energieträger reichen länger.
  • Deutschland wird unabhängiger von Öl- und Gasimporten und steigenden Preisen.
  • Erneuerbare Energien werden großenteils lokal und national nutzbar gemacht – deutsche Wertarbeit in neuen Häusern kurbelt die Wirtschaft an.
Eigentümer von Gebäuden, deren Bauantrag ab dem 1. Januar 2009 gestellt wird oder die ab diesem Datum eine Bauanzeige erstatten, müssen ihren Wärmebedarf anteilig mit erneuerbaren Energien decken. Das Gesetz trifft alle Eigentümer, egal ob Private, Staat oder Wirtschaft. Ob die Immobilie vermietet oder selbst genutzt wird, macht auch keinen Unterschied.
Als erneuerbare Energien erkennt das Wärmegesetz Solarenergie, Biomasse, Geothermie und Umweltwärme an. Sonnenwärme muss 15 Prozent der Wärmeenergie liefern, Biogas 30 Prozent und alle anderen Formen 50 Prozent.

Solarenergie
Gebäudeeigentümer können das Wärmegesetz erfüllen, wenn sie ihren Wärmebedarf zu mindestens 15 Prozent durch solare Strahlungsenergie decken. Die Strahlung der Sonne muss durch aktive Systeme genutzt werden. Das Gesetz fordert bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen 0,04 Quadratmeter Kollektorfläche pro Quadratmeter Wohnfläche. Für Gebäude mit mehr als zwei Wohnungen ist eine Kollektorgröße von 0,03 Quadratmeter Fläche pro Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen. Der Kollektor muss das „SolarKeymark“ Siegel tragen.

Geothermie
Wer seine Nutzungspflicht mit Geothermie erfüllen will, muss mindestens 50 Prozent seines Wärmeenergiebedarfs auf diese Weise decken. Weitere Kriterien differieren nach Gerätenutzung; so müssen die Pumpen bestimmte Jahresarbeitszahlen leisten und moderne Zähler eingebaut werden.

Umweltwärme & Biomasse
Auch mit Umweltwärme und fester Biomasse müssen 50 Prozent der Heizenergie erzeugt werden. Wenn Sie mit Pellets oder Holz heizen, gelten für die Feuerungsanlagen Minimalstandards im Wirkungsgrad.
Biogasanlagen müssen 30 Prozent des Wärmeenergiebedarfs decken und dürfen nur in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen eingesetzt werden.

Bioöl
Wollen Sie mit Bioöl heizen, müssen sie damit 50 Prozent des Wärmeenergiebedarfs decken. Außerdem muss der Kessel die 'beste verfügbare Technik' nutzen, heißt es in der Informationsbroschüre des Umweltministeriums. Derzeit - August 2008 - ist das ein Brennwertkessel.

Und wenn keine der genannten Arten der Energieerzeugung möglich ist? Dann gibt es eine Ersatzmaßnahme: Dämmen Sie Ihr Haus so, dass Sie den Standard der Energieeinsparverordnung (EnEV) um nochmals mindestens 15 Prozent übererfüllen.
Und wenn auch das nicht möglich ist, können Sie - wenn Sie können - sich bei der zuständigen Landesbehörde von der Nutzungspflicht befreien lassen.