Dipl.-Ing. Architekt Hans-Jörg Peter
Energieberatung Hamburg, Energieberater BAFA, Energiepass dena
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Dämmsysteme
Gebäudehülle

Im Fordergrund jeder energetischen Sanierung steht die Minimierung des Energiebedarfs, d.h. Maximierung der Dämmeigenschaften Ihres Hauses.
Die Konzepte hierfür sind individuell und vielschichtig. Jede Sanierungsmaßnahme bedarf anderer Ansätze zu einer in sich stimmigen und vor allem wirtschaftlichen Vorgehensweise. Ist die Gebäudehülle Ihrer Immobilie energetisch optimiert, d.h. der Heizenergieaufwand minimiert, kann dieser Restenergiebedarf durch effektive und nachhaltig wirtschaftliche Anlagentechnik gedeckt werde.
In jedem Fall ist die Gebäudehülle ganzheitlich zu betrachten. Im Rahmen der Qualitätssicherung sind losgelöste Einzelmaßnahmen zu vermeiden. Sie können schnell zu hygienischen Problemen führen - Stockflecken und Schimmelbefall sind die Folge. Vorher Gebäude bezogen "normale" Bauteile werden durch Dämmeinzelmaßnahmen an anderer Stelle zu relativ "schlechten" Bauteilen, mit der Konsequenz der Kondensat- und Schimmelbildung.
Wir möchten Ihnen auf dieser Seite einen kleinen Überblick über prinzipielle Dämmkonzepte geben. Dies ersetzt aber in keinem Fall die individuelle Analyse und Beratung vor Ort.
Wir beraten Sie auch im Rahmen einer BAFA-Vor-Ort-Beratung oder des Hamburger Energiepass gern, um für Sie die nachhaltig richtigen, wirtschaftlichen und energiepolitisch sinnvollen Dämmsysteme zu wählen.
Exemplarisch geben wir Ihnen hier einen Überblick verschiedener Dämmsysteme.

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

- Dämmplatten aus Styropor, Mineral- oder Steinwolleplatten, geklebt und/oder gedübelt
- mehrschichtiger Putzauftrag mit Armierungsgewebe
Vorteile: Investitionskosten

Nachteile: ggf. Algenbildung, Unterhaltskosten

Quelle: Sto AG
Hinterlüftete Fassade, zweischaliges Mauerwerk

- Unterkonstruktion aus Holz, Alu, verzinkter Stahl etc.
- Dämmplatten aus Styropor, Mineral- oder Steinwolleplatten, organische Dämmstoffe
- Hinterlüftungsebene oder Kerndämmung
- freiwählbare Fassadenmaterialien wie Klinker, Naturstein, Feinkeramik, Holz, Aluminium, Glas usw.


Vorteile: individuelle Gestaltungsvielfalt, Unterhaltskosten

Nachteile: Investitionskosten
Kerndämmung

- Nachträgliches Einblasen von losem Dämmmaterial wie Perlite, SLS20 und Rockwool in vorhandene Luftschichten von zweischaligem Mauerwerk


Quelle: HTH Hyperdämm Bautechnik

Vorteile: Investitionskosten, Erhalt der vorhandenen Fassadenoberfläche

Nachteile: nur relativ geringe Dämmstärken möglich
Zellulosedämmung

- Nachträgliches Einblasen von losem Dämmmaterial aus Tageszeitungspapier in Dach- und Geschossflächen. Zum Schutz vor Brand und Schädlingen wird Borax und Borsäure verwendet.



Quelle: Isofloc

Vorteile: Herstellung störungsfreier Dämmebenen in ggf. unzugänglichen Hohlräumen

Nachteile: Löst nicht die Fragen der Wind- und Luftdichtigkeit
Vakuum-Isolations-Paneele (VIP)

- Vorkonfektionierte Paneele aus fein-dispersem Siliziumdioxid unter Vakuum eingeschweißt. 8- 10 fach bessere Wärmedämmwirkung als mit herkömmlichen Dämmstoffen (Mineralwolle oder Polystyrol)


Quelle: va-Q-tec AG

Vorteile: geringste Aufbauhöhen möglich

Nachteile: Paneele können nicht bearbeitet und können nur in geschützten Konstruktionen eingebaut werden. Hoher Preis (siehe Förderungen).
Massespeicher

Phase Change Materials (PCM)

- Mikroverkapselte Latentwärmespeicher (Parafine) als Zugabe zu Bauprodukten wie Putze, Bauplatten, Beton oder Gasbeton nutzen den physikalischen Prozess des Phasenübergangs zur Wärmespeicherung bzw. Wärmeabgabe.
- Effektiver Ersatz von massiven Bauteilen in leichten Konstruktionen (Büronutzung in Skelettbaukonstruktionen, Holzständerbauweise usw.) im Rahmen des sommerlichen Wärmeschutzes.
Quelle: BASF
3-fach Verglasung

- Passivhausfenster mit 3-fach Verglasung aus Energiespargläsern mit Super-Wärmedämmwerten von Ug = 0,5 - 0,7 W/m²K
(Standard: Ug = 1,1 W/m²K).



Quelle: Interpane


Quelle: Freisinger Fensterbau

Vorteile: Wärmedämmwerte

Nachteile: Z.T. große Rahmenansichtsbreiten.
Preis (siehe Förderungen).